Drosseln ist eine Sache, die Realität eine andere!

Screen Shot 2013-05-01 at 12.07.56Die Telekom wurde schon (zu Recht) zur Genüge für die Einführung ihrer Drosselverträge für Neukunden kritisiert.

Eine vielzitierte Äußerung des Telekom Chefs René Obermann hat mich neugierig gemacht. Er schreibt an Philip Rösler, von der Drosselung seien nur:

[..] drei Prozent der Kunden betroffen. Diese Kunden nutzen in unserem Netz 10- bis 20-mal größere Datenmengen als ein durchschnittlicher Kunde, der 15 bis 20 GByte pro Monat verbraucht.

„Das kann man doch prima nachrechnen!“, dachte ich. Heraus kam obige Infografik, die ich hiermit unter die CC-BY-SA Lizenz stelle.

Also angenommen, die Telekom würde nicht nur Neukunden sondern alle Bestandskunden auf 75 GB drosseln, würden unter optimalen Voraussetzungen sagenhafte 15% Datenvolumen eingespart! Das Datenvolumen ist durch die Telekom-eigenen Zahlen ein ganz offensichtlicher Vorwand um die Netzneutralität durch die Hintertür zu untergraben! Weiterlesen

Smartphones sind tot – lang lebe Nintendo!

Ich nutze diesen Blog auch um über Dinge zu schreiben, die mich tierisch aufregen. Heute ärgere ich mich über mich selbst. Ich habe an einer Diskussion mitgemacht, ohne erstmal die Grundlage der Diskussion genügend Beachtung zu schenken.

Erst im Nachhinein habe ich mich näher mit dem Artikel The beginning of the end: id, Bigpoint, THQ close mobile divisions befasst, der offensichtlich von einem Nintendo Fan stammt und die Diskussion lostrat.

Das mündete in meiner Aussage, das mich der Artikel peinlich an die oberflächliche, schlecht recherchierte Berichterstattung über Spiele in Frontal 21 und dem RTL Konglomerat erinnert. Warum erkläre ich jetzt.

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Wir brauchen ein Kündigungs-Schutzgesetz!

Der steinige Pfad zur erfolgreichen Kündigung bei „Service“ Unternehmen.

Ein Gesetz, das besagt, das Kunden einer Firma die einen Abonnementservice betreibt (Zeitschriften, Telekommunikation, Online-Games) ihren Service genau so einfach und auf demselben Weg kündbar machen muss, wie die Anmeldung geschah.

Erfolgt beispielsweise die Anmeldung über eine Webseite im Internet per Eingabe der Kundenstammdaten, muss die Abmeldung ebenfalls im Internet per Mausklick über dieselbe Seite möglich sein. Ohne zwingend einen Login des Kunden vorauszusetzen. Es obliegt dem Unternehmen, die Identität des Kunden sicherzustellen.
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Warum die Aufhebung der Netzneutralität womöglich gar nichts bewirkt

Das Ende der Netzneutralität würde einer Interessengruppe große Probleme bereiten. Nämlich derjenigen, die sie ständig fordern: die Netzbetreiber wie T-Com und Kabel Deutschland.

Wenn also Netzbetreiber tatsächlich die Durchleitung der Daten regulieren dürfen, und von den Content Anbietern für die (schnellere) Durchleitung ihrer Inhalte abkassieren dürfen, werden die Netzbetreiber ein Henne-Ei Problem haben wie es das bei Einführung bestimmter Produkte regelmäßig gibt.

Zum Beispiel verkaufen sich Spielekonsolen bekanntermaßen nur, wenn auch genügend (gute) Spiele verfügbar sind und weiterhin entwickelt werden. Dumm nur, das das Produkt der Netzbetreiber keiner haben will, da jeder bereits uneingeschränkten Zugriff auf das gesamte Internet hat und somit nicht netzneutrale Zugänge erstmal gar keinen Mehrwert haben. Dank der Presse wird jeder sofort begreifen, das die „Internet All-Inclusive High-Speed flatrate“ für 40€ monatlich exakt dieselbe ist, die man derzeit schon nutzt und für die man €30 im Monat bezahlt.
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OUYA? Bitte nicht noch eine Indie Konsole!

Der Glaube versetzt Berge. Aktuell: die OUYA Konsole auf Kickstarter hat bereits über $4,4 Mio gesammelt.

Und was ist so toll daran? Hmmmm, vielleicht das es ein paar findige Leute reich machen wird. Die Entwickler der Konsole nämlich.

Wird es die Xboxen und Playstations vom Markt fegen? Quatsch. Nicht mal ansatzweise. Spätestens ein paar Monate nach release wird sich keine Sau mehr für das Gerät interessieren. Außer die absoluten Nerds natürlich.

OUYA steht nur des Kickstarter Videos und Textes so gut da, weil das was wir sehen und lesen können runtergeht wie Öl. Und weil wir solch ein PR Blabla nur von großen Firmen kennen, sind wir sofort geneigt es einer kleinen Gruppe von Enthusiasten zu glauben. Die wollen schließlich nur das Beste für uns.

Ein Problem von OUYA: solange es nicht im Media Markt steht und mit millionenschwerer Werbekampagne die Hype-Trommel rührt … naja, solange wird sich das Gerät nur an absolute Enthusiasten verkaufen. Aktueller hype hin oder her. Ohne eigene Marketingabteilung kriegen die das Gerät nicht an einen breiteren Markt verkauft, und solange bleibt die Flut der Software ein Rauschen in der Ferne.
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Humor ist, wenns keiner kommentiert …

Da schreibt der Jan Fleischhauer auf Spiegel Online, das die Deutschen ein Humorproblem haben. Als Beispiel dient das Titanic Titelblatt welches den Papst mit Urinfleck zeigt: „Die undichte Stelle ist gefunden“ – wogegen nun der Papst klagt (sonst hätte ja auch kein Hahn danach gekräht, kein Kolumnist gekrächzt, usw.).

Das sei Furzkissen-Niveau und ich gebe ihm Recht. Dafür ist Titanic schließlich zuständig. Eben eine deutsche Variante des MAD Magazine. Und die nichtmal 100.000 Leser sind als Zielgruppe möglicherweise nicht repräsentativ was den Sinn für Humor angeht.

Was mich an dem Kommentar besonders stört: der Herr Fleischhauer empfiehlt der Titanic, doch mal eine Karikatur über den Propheten Mohammed zu veröffentlichen. Dann mal sehen, wie viel Humor die Herren des Magazins danach noch übrig haben. Dieser Vorschlag ging noch gründlicher daneben als die Botschaft der Titanic. Subversive Satire mit hinterfotzigem Zynismus aushebeln wollen – ein grandioser Gedanke!

Augenzwinkernd will ich noch hinzufügen: „Ein jeder kehr vor seiner eignen Tür, da hat er Dreck genug dafür.“

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