Deutsche Sprach‘ – Verarsche Sprach‘

Erdreistet sich doch meine Bank mit „einem bequemen Kontoauszugsservice“ zu werben. So weit sind wir nun schon, das man die an den Kunden outgesourcte Arbeit am Kontoauszugsdrucker als einen Service zu bezeichnen.

Früher, ja das war gar nicht mal so lange her, da bekam man jeden Monat die Kontoauszüge frei Haus. Portofrei, versteht sich. Dabei steht die MVB hier mal stellvertretend für die meisten Banken.

Ganz speziell fand ich die Begrüßung letztens, als ich um 11 Uhr bei der Bank vorbeischaute um einen Scheck einzulösen. Fragte die Angestellte doch glatt: „Ach, haben Sie heute frei?“

Wäre ich davon nicht so überrascht gewesen, hätte ich eigentlich nur eine Antwort geben dürfen: „Nein, ich bin Frührentner!“


Und dann war da noch der Wurstwagen, der warb mit folgendem Spruch: „Einmalig in Qualität und Geschmack“.

Wie sehr ich doch diese rechtlich unangreifbaren Marketing-Null-Aussagen verabscheue! Nimmt man „Qualität und Geschmack“ mal für sich, dann sind das zwei Substantive die für sich genommen bis auf die eher positive Grundhaltung recht wertneutral dastehen. Es gibt schließlich sowohl gute als auch schlechte Qualität. Über guten Geschmack will ich gar nicht erst streiten.

Also bleibt noch das „Einmalig“. Dabei ist doch gerade die Einmaligkeit von etwas derart reichhaltig, das man nur mit dem Kochlöffel draufkloppen braucht, schon ist es einmalig und nicht so wie das davor, danach oder das andere. Nicht umsonst bemüht man ja oft zu betonen, das jeder Mensch einmalig sei. Demzufolge ist genau genommen alles einmalig, was mal ein Mensch produziert hat. Ja, im Grunde alles, das existiert.

Damit haben wir also eine Wurst mit Qualität und Geschmack. Reicht doch auch als Werbebotschaft, oder nicht?